Verfasst von: martinapuerkl | 07/16/2012

Weisst du wo die Blumen sind?

Unser Kurzurlaub am Faaker See kam eigentlich nur zustande, weil mein Chef mir den Tipp mit Joan Baez auf der Ruine Finkenstein Anfang Mai gab. (Danke Michael!) Keine halbe Stunde später war ich glückliche Besitzerin von zwei Karten in der 4. Reihe für den 9. Juli. Und nachdem man ja schon aus ökonomischen Gründen – man fährt nicht nur für einen Abend nach Kärnten – länger planen sollte, haben wir genau das getan: wir fuhren für ein paar Tage an den Faaker See. An einem der heissesten Sonntage im Juli 2012 machten wir uns auf den Weg mit unserem rollenden Bett und 2 Fahrrädern.

Souvenir, Souvenir

Souvenir, Souvenir

 Unsere erste Rast irgendwo an der Südautobahn war eher erheiternd denn ein kulinarischer Höhepunkt. Vor allem der Tisch mit den „typisch“ österreichischen Souvenirs ist für mich eine Lachnummer: Mozart, Edelweiß und Kühe in Rot-Weiß-Rot. (Ich weiss, ich bin leicht zu unterhalten …)

Deshalb machten wir glatt ein zweites Mal Rast beim Sieger des ÖAMTC-Raststationen-Tests 2012: bei der

Raststation Wörthersee

Raststation Wörthersee

Raststation Wörthersee. Hier stimmt einfach alles: die Freundlichkeit der Kellnerin, die Qualität und Präsentation der Speisen und Getränke und die beeindruckende Aussicht auf den See.

Nach 6 Stunden auf der Südautobahn – und genau 414 km in gemütlicher Fahrweise und 2 Pausen – erreichten wir den angepeilten Campingplatz Gruber. Unsere Erinnerung hat uns da nicht im Stich gelassen. Der Campingplatz ist nach wie vor ruhig und mit vielen Bäumen bestanden, hat sehr nette Gäste und Mitarbeiter und wartet mit einer großen Liegewiese und einem feinen Kiesstrand auf. Genau hier.

Unser erster Abend begann mit dem Versuch einer Seeumfahrung. Leider – oder GottseiDank? – kamen wir nicht weit. Denn beim Lokal mit dem typisch 🙂 kärntnerischem Namen „Hazienda“  war dann mal Pause – der Magen knurrte und verlangte nach was Handfestem. Übrigens – die Kärntner Kasnudeln von der Oma aus dem Gegendtal waren perfekt „gekrendelt“. So nennt man nämlich das Verschließen der Teigtaschen durch zackenartiges Zusammendrücken der Teigränder. Die Kellnerin versicherte mir, dass das Krendln von Schwiegermüttern als Heiratsgrundvoraussetzung eingefordert wird. (naja, frau muss ja weder heiraten noch einen Kärntner ..) Aus der Seeumrundung wurde dann vorerst mal nix, wir nahmen lieber einen Sonnenuntergangsdrink in der Weißen Bar in Egg  – gaaaanz vorne am Wasser, sehr romantisch …

Zitrusgärtnerei 

Montag früh gingen wir die Seeumrundung dann von der anderen Seite an. Unser erstes Ziel: der Zitrusgarten – für eine Schaugärtnerin ein Muss. Neben einigen guten Tipps für das vorhandene Bäumchen zuhause (zwischen dem Gießen die Erde abtrocknen lassen und ja keinen Untersetzer verwenden!!!) entstand das dringende Verlangen nach einem Neuen. (Bäumchen!) 

Auf unserem Weg zurück zur Liegewiese und dem klasklaren 25 Grad warmen Wasser des Faaker Sees vernahmen wir aus der Bar des Hotels Daniela kubanische Klänge. Dem mussten wir natürlich nachgehen. So landeten wir auf der schattigen Terrasse und verbrachten dort einen sehr chilligen Vormittag bei einem Probe-Konzert der Band „Buona Vista“. Also schon ein kleiner Vorgeschmack auf den Event am Abend.

Was soll ich zu diesem Abend sagen? Ich war überwältigt. Joan Baez auf der Burgarena Finkenstein. Zu allererst der Ausblick von da oben – beeindruckend. Und dann Joan Baez. Sie versicherte uns, dieser Abend wäre nicht Arbeit, sondern reines Vergnügen. Als 70-Jährige ist ihre Stimme zwar nicht mehr die wie vor 40 Jahren, aber trotzdem – oder obwohl – schön. Es war ja auch nie allein die Stimme, die sie ausgemacht hat, sondern ihre Würde und Integrität im Kampf für Frieden und Freiheit. Ich habe selten eine Frau gesehen, die so ausstrahlt, was sie vertritt. Weit mehr als 2 Stunden brachte sie Coverversions bekannter Lieder und auch Eigenes. Ganz allein mit ihrer Gitarre, mit ihrem „2-Mann-Big Band Orchester“ oder der jungen französischen Stimmakrobatin Marianne Aya Omac. Und ganz zum Schluss gab‘s auch noch Pfadfinderromantik zum Mitsingen. Gänsehautverdächtig der Chor der 1000 mit „Weisst du wo die Blumen sind“ (ja, auf Deutsch).
Eine Bilderstrecke des Konzertes gibt’s hier bei der Kleinen Zeitung.

Danke dem Paar aus Klagenfurt, das uns dann ins Tal mitgenommen hat. Die letzten 2 Kilometer sind wir im Gewitterregen nach Hause gegangen, nachdem wir feststellen mussten, dass es an Montagen nach 11 Uhr eher keine offenen Lokalitäten mehr gibt.

Am Dienstag Abend haben nach einem verregneten Gewitter-Nachmittag mit Jollyspielen endlich die Seeumrundung geschaftt – 14 km sind ja auch nicht unbedingt eine Herausforderung. Und dabei haben wir festgestellt, dass wir die netteste Ecke vom Faaker See erwischt haben.

Übrigens – „Buddhas Hand“ ist auf meiner Terrasse eingezogen.

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